Behandelbare Beschwerden

von Freimuth Gorter

Was ist ein Schleudertrauma oder HWS-Trauma?

Die meisten Menschen assoziieren bei dem Begriff „Schleudertrauma“ nur den Autounfall und die Halskrause.

Es gibt viele Möglichkeiten ein Schleudertrauma / HWS Trauma zu erleiden

Hier einige Beispiele:

  • Das Kiss-Syndrom: eine massive HWS-Überdehnung oft mit Verdrehung während der Geburt.
  • Jeder Sturz der Länge nach vorwärts, rücklings, seitlich auf den Boden, von einer Treppe, vom Pferd, vom Fahrrad, vom Baum, beim Skaten, beim Skifahren usw. kann ein Schleudertrauma hinterlassen.
  • Aber auch beim Autoscooter, in der Achterbahn bei abrupten Richtungswechseln und anderen schleuder-intensiven Fahrgeschäften verletzen sich viele Menschen die HWS.
  • Schlägereien, Prügeleien.
  • Beim Spiel einen schweren Ball mit voller Wucht unerwartet gegen den Kopf.
  • Ein unglücklicher „Bauchplatscher“ im Schwimmbad vom 3-Meter-Brett oder höher kann katastrophale Folgen haben, besonders für die Halswirbelsäule.
  • Bei Operationen unter Vollnarkose kommt es nicht selten vor, dass der Nacken bei der Intubation zu stark überstreckt wird, so dass wir in der Folge ein HWS-Trauma haben.
  • Auch intensive Sportarten wie Fußball, Eishockey, Rugby und viele andere sind prädestiniert für diese Art von Verletzungen.
  • Falsche Körperhaltung auf dem Pferd beim Reiten gibt bei jedem Schritt des Pferdes einen Schlag durch die Wirbelsäule, nicht nur im Bereich der LWS sondern bis hinauf in die HWS und ins Kopfgelenk.
  • Autounfälle, besonders Unfälle mit Aufprall von vorn, von hinten oder von der Seite hinterlassen fast immer ein Schleudertrauma.
  • Leider ist Chiropraktik (Einrenken) in der HWS oder chiropraktische „Atlaskorrektur“ auch eine häufige Quelle von schweren Schleudertrauma mit schwerwiegender Nackeninstabilität als Folge.

Fatal ist, dass ein Schleudertrauma sehr häufig selbst von Fachärzten nicht erkannt oder wie ein Bagatellschaden behandelt werden.

Was genau passiert bei einem Schleudertrauma auf struktureller Ebene?

Bei einem Schleudertrauma leichten, mittleren und schweren Grades werden immer alle der im Folgenden aufgelisteten Strukturen mehr oder weniger stark verletzt, gezerrt, gestaucht, gequetscht, angerissen, überdehnt oder in schwerwiegenden Fällen auch gerissen:

  • Ligamente im Kopfgelenk
  • Bandscheiben-Faserringe
  • Gelenkkapseln
  • Facettengelenke
  • Nervenbahnen
  • Sehnen
  • Muskeln
  • Faszien, Bindegewebe
  • Dura, Arachnoid, Rückenmark, Medulla und die Meningen

Meist passiert zusammen mit einem Schleudertrauma auch noch ein Schädel-Hirn-Trauma, ebenfalls ein folgenschweres Ereignis. Folgenschwer deswegen, weil die tatsächlich problematischen Symptome eines leichteren bis mittelschweren Schädel-Hirntraumas erst nach einigen Wochen oder Monaten schleichend kommen und deswegen mit diesem Ereignis nicht mehr in Zusammenhang gebracht werden.

Symptome bei einem Schleudertrauma

Die ersten Symptome nach einem Schleudertrauma sind häufig nur diffus, Kopfschmerz, Schwindel, Benommenheit, Verspannungen im Nacken bis in den Schulter- und BWS-Bereich. Meist vergehen diese Symptome zunächst wieder und solange wir den Kopf nicht unter dem Arm tragen stecken wir das in der Regel weg und wir ignorieren die Beschwerden.

Charakteristisch für ein Schleudertrauma ist, dass die Folgesymptome erst Wochen oder Monate nach der Gewalteinwirkung auf die Halswirbelsäule beginnen und deswegen nicht mehr mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werden.

In sehr vielen Fällen wird nicht mal ein Röntgenbild gemacht. Wenn sich Symptome zeigen, die einen Verdacht auf Nackeninstabilität durch Ligamentverletzungen erhärten, wird leider, wenn überhaupt, auch nur ein normales Röntgenbild angefertigt, welches aber in diesem Falle für eine präzise Diagnostik leider unbrauchbar ist. Es müsste in diesen Fällen ein sogenanntes „Upright-MRT“ gemacht werden, oder wenn Röntgen, dann Aufnahmen welche die HWS in unterschiedlichen Stellungen zeigen: links und rechts seitwärts geneigt, vorn runter und nach hinten gebeugt. Nur aus diesen Bildern lassen sich eindeutig bewegungsabhängige Hypermobilitäten und bewegungsabhängig problematische oder gar gefährliche Wirbelverschiebungen erkennen.

Einen „tanzenden Dens“ können wir im normalen Röntgenbild i.d.R. nicht erkennen und somit auch nicht ausschließen.

Was macht unser Körper in der Folge eines Schleudertraumas lokal im Bereich Nacken und Schulter?

Egal ob wir durch das HWS-Trauma eine temporäre oder bleibende Schädigung der Ligamente erlitten haben, unser Kleinhirn setzt über den gesamten Bereich sofort einen sehr hohen Muskeltonus in die tiefliegenden kleinen Muskeln, aber genauso auch über die größeren Muskeln wie Scaleni, SCM und Trapezius. Die Folge ist zunächst ein verspannter Nacken. Die Verletzungen in den Geweben rufen Entzündung und allergische Reaktionen hervor. In dieser Phase werden die Gewebe im betroffenen Gebiet durch Calcium-Ionen-Einschuss und durch Vernarbung verhärtet, so dass sie sich am Ende wie „versteinerte“ Muskelstränge anfühlen.

Mit der Zeit fixiert der Körper dann diese Bewegungseinschränkung durch zwei Maßnahmen, die für geübte Hände schnell und eindeutig ertastbar sind: Zum einen verfestigt sich das gesamte Bindegewebe um den Nacken bis hinunter zu den Schultern und meist auch bis hinunter in den BWS Bereich zwischen den Schulterblättern. Dieses verfestigte verfilzte Bindegewebe verklebt sich dann mit den Faszienhüllen aller darunter liegenden Strukturen.

Zum anderen verkleben sich die überdehnten, gezerrten oder angerissenen Strukturen wie Sehnen, Muskeln, Nerven, Faszien, Gelenkkapseln, Blutgefäße zu einem einzigen dicken sehr harten knubbeligem ganzen Strang, der jeder Massage, jeder Akupunktur, jeder sonstigen Therapie und jeder Kraft - oder Dehnübung trotzt.

Natürlich liegt der biologische Sinn dieser Reaktion unseres Körpers hier klar auf der Hand: Er will diese verletzte Region durch Überkompensation soweit stabilisieren, dass hier keine Zerrung und keine zu starke Dehnbewegung mehr möglich ist. Der Körper schützt sich selbst.

Anhand der unterschiedlichen Konsistenzen wie genau sich ein Muskel anfühlt, wie sehr die Strukturen ineinander verklebt sind, lässt sich schnell und eindeutig feststellen, ob ein Schleudertrauma in der Historie des Patienten stattgefunden hat oder nicht.

Normale Verspannungen durch falsches Sitzen beispielsweise fühlen sich vollkommen anders an.

Welche Symptome oder Phänomene deuten auf so eine Problematik hin?

Ein deutlicher Hinweis auf eine solche Problematik ist folgender: Sie gehen wegen Ihrer dauerhaften Nackenverspannungen unzählige Male zur Massage. Nach der Massage sind die Symptome kurzweilig gelindert, aber ein paar Stunden - oder zeitverzögert auch ein bis zwei Tage später – sind Ihre Verspannungen und die damit verbundenen Schmerzen stärker als sie vor der Massage waren und nach weiteren ein bis zwei Tagen pendeln sich die Verspannungen und die Schmerzen wieder auf ihrem bisherigen Niveau ein. Kennen Sie das? Dieses Phänomen ist ein eindeutiges Indiz für die kleinhirngesteuerte Dauerkontraktion der Nackenmuskulatur infolge eines Schleudertraumas.

Diese Beschwerden lassen sich i.d.R. durch die Pohltherapie® recht gut behandeln. Allerdings erlebe ich auch Patienten, bei denen alle Bemühungen und alle Mittel der Kunst zu versagen scheinen. Meist haben diese Patienten schon unzählige Therapien ausprobiert und nichts hat geholfen, es besteht eine Art Therapie-Resistenz.

Bei hartnäckigen Fällen kann es vorkommen, dass sich diese Verspannungen selbst mit der Pohltherapie® nicht zufriedenstellend lösen ließen. In diesen Fällen begann ich immer wieder an meinen therapeutischen Fähigkeiten zu zweifeln. Dies änderte sich nachdem ich in den USA Dr. McMakin und die frequenzspezifische Zellstimulation kennenlernte.

Mithilfe dieser Möglichkeiten in der Kombination mit der Pohltherapie® lassen sich auch diese hartnäckigen und bisher therapieresistenten Fälle von Verspannungen und Verhärtungen lösen.

Pohltherapie

Pohltherapie® (Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® 

Jameda

Heilpraktiker
in Köln auf jameda

Adresse Köln

Freimuth Gorter
Praxis für Sensomotorische Körpertherapie / Pohltherapie®
Longericher Hauptstraße 45
50739 Köln-Longerich

Die Praxis befindet sich im 2. Obergeschoss ohne Aufzug.
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